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Barcarès Surfbericht vom 30. 04 bis 14. 05 2016

und eine ornithologische Anekdote

Mit einer sauberen Guru-Prognose, einem "neuen" 107 Liter Brett im Gepäck und einem grossen Durst - natürlich nach Wind ;-) - ging es am Samstagmorgen den 30. April 2016 los nach Barcarès. Just, als wir nach einer 9 stündigen Reise auf der "Ile des pêcheurs" ankamen, setze der Wind ein. Die Nervosität stieg - hauptsächlich bei denen, die gerne das kleine Material reiten, denn der Trami schöpfte wieder mal aus dem Vollen. Bei den anderen hiess es eher "chills mau", da traditionell am ersten Tag das Surfboard kein Wasser spüren darf - könnte ja Unglück bringen ;-). Was für ein Saisoneinstieg! 4.2 m² und 74 Liter. Schon die 4.2 m² waren eher ein bisschen gross und für den nächsten Tag war noch mehr Wind angesagt. Demnach musste ein kleineres Segel her. Das wäre ja gelacht, wenn es daher hackt und unsereins nicht aufs Wasser könnte. Gesagt getan! Am Sonntag wurde ein 3.7 m² Tuch samt Mast angeschafft. 

Bruno, Caro und ich hatten unser Bungalow ganz hinten am Kanal bezogen. Eine schöne Aussicht auf's Wasser - jedoch ein langer Weg mit dem Material zum Etang. Da einerseits der Wind am Sonntag in den Böen bis zu 50 Knoten erreichte - im Kanal schien mir die Sache etwas moderater und demnach fahrbarer zu sein - und andererseits dieser in den Etang mündete, beschloss ich, den Kanal hoch zu kreuzen und so aus dem "City-Spot" in den Etang zu schiessen. Gesagt getan! Beim Hochkreuzen jedoch erspähte ich auf der gegenüberliegenden Insel im Gebüsch einen bunt gefiederten Vogel. Dieser erregte meine Aufmerksamkeit dermassen, dass ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Nachdem eine Stunde das Gebüsch abgesucht und aus des Gebüsches Windschatten die über das Wasser peitschende Gischt beobachtet wurde, beschloss ich, den ornithologischen Ausflug abzubrechen - hatte ja keinen Sinn bei diesem "Überhack" ;-). Aus der Vogelperspektive kann resümiert werden: Die Möven, Stefu und Brünu hatten als einzige ihren Spass an diesem gischtpeitschenden Trami-Tag!

Glücklicherweise war dann der Montag mit dem 3.7 m2 fahrbar. Auch der Dienstag liess nichts zu wünschen übrig. Nachdem sich der Wind in den morgendlichen Stunden kurz verabschiedet hatte und ein paar von unserem Club den Trami bereits mit ihren grossen Tüchern anzulocken begannen, kam dieser dann nochmals mit gutem Zug zurück und der ganze Tag lang konnte 4.7 oder 5.4 m2 gefahren werden - ja nachdem wie stark an der Gabel gerissen werden wollte. Am Vorabend, bei Bier und guter Laune, verabredeten sich Mäse und ich um 13.30 Uhr zu einer kleinen Regatta. Der Eine war bereit und der Andere hat forfait gegeben - es soll hier jedoch offen gelassen werden wer welche Rolle eingenommen hatte ;-).

Dieses Jahr pfiff der Trami eisig kalt daher. Das heisst es musste in diesen ersten windreichen Tagen mit der vollen Montur gesurft werden - nein, nicht ganz, die Handschuhe konnten weggelassen werden :-) und auch das Wasser war erstaunlich kalt.

Der Mittwoch war ein windfreier Tag. Ich muss sagen, dass meine Oberarme und meine Hände nicht unglücklich über diese Tatsache waren! Auch Brünu klagte über Schmerzen in der Brust und war froh, dass er etwas pausieren konnte. Die Temperatur liess nun auch endlich mal Flip-Flop und T-Shirt Montur zu :-). Zudem konnte die obligate Surfshop-Tour in Angriff genommen und die hart verdiente Kohle in den Life-Style investiert werden.

Bezüglich des Donnerstags bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Ich glaube es war etwas Marin angesagt. Der Wind setzte jedoch nicht ein. Das Wetter begann - a là Marin - langsam veränderlich zu werden und es war zu spüren, dass auch der Wind vom Meer einiges an Kälte mit sich bringt. Somit hiess es, sich ein möglichst "hiubes" Plätzchen zu suchen und noch so viel Sonne zu tanken, wie es nur ging, denn die Prognose für die nächsten Tage hiess veränderliches Wetter und Regen, teilweise begleitet von Marin.

Da für den Freitag die Marin-Prognose recht ordentlich war, beschlossen Stefu und ich eine kleine Exkursion ans Meer zu unternehmen. Die Bilder, ein paar langgezogene Wellen zu Surfen und je nachdem auch kleine, brechende Wellen abzureiten, manifestierten sich klar und deutlich vor unserem geistigen Auge. Nachdem wir in Saint-Cyprien einige Zeit gewartet, Kaffee getrunken und einen Lunch verspeist hatten und uns zudem noch ein Local mitteilte, dass heute wohl nicht mit genügend Wind zu rechnen sei, machten wir uns mit hängenden Köpfen auf den Rückweg. Auf der Rückfahrt beschränkte sich unsere Kommunikation auf das Nötigste - es war spürbar, dass der Frust über die unerfüllte Windprognose gross war und wir uns endlich wieder eine gepflegte "Hoblerei" wünschten. Um 16.00 Uhr fuhren wir in Barcarès ein und beschlossen, noch kurz beim Wasserskilift vorbei zu schauen - die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt. Gerade als wir dabei waren ein Bier zu bestellen, begannen die Fahnen des Spots verheissungsvoll zu flattern. Das Glas war noch nicht zur Hälfte geleert, als sich bereits die ersten Schaumkronen zu bilden begannen. Der Tag schien gerettet und unsere Mundwinkel zeigten deutlich nach oben. Übermotiviert riggte ich zuerst 7.4, musste dann aber nach 30 Minuten auf 6.4 wechseln. Ahhh, welch Genugtuung!

Der Samstag zeigte sich von seiner veränderlichen Marin-Seite - bewölkt, kalt und unsicher, ob wirklich Wind kommen würde. Gemäss Prognose sollte es 15 bis 20 Konten geben. Im Neopren, das Material unaufgeriggt am Etang liegend, beobachtete ich Werni, Pesche und Ürsu, wie sie mit ihren grossen Tüchern und Brettern hin und her heizten. Dass es für mich mit 7.4 m² mit einem 107 Liter Brett reichen würde, bezweifelte ich stark und somit musste ich den Tag bei einem Bier - mit gekreuztem Anstossen natürlich - beenden. Jäh nu, das sind die Freuden und Leiden im Leben eines Surfers.

Der Sonntag fiel komplett ins Wasser - viel Regen und kein Wind. Turi und Theo kamen im Verlauf des Nachmittages an und bezogen ihr Bungalow. Am Montag regnete es zwischendurch immer wieder mal. Der Marin pfiff aber dennoch so, dass es mit dem 6.4 m2 ziemlich zur Sache ging - unheimlich böig, dafür aber Flachwassersurf. Dies war aus meiner Sicht der erste Tag, an dem alle gemeinsam auf dem Wasser waren und mehr oder weniger ihren Spass hatten. 

Der Dienstag brachte dann wieder trockenes Wetter mit etwas Sonnenschein, jedoch ohne Wind. Es wurde beschlossen, dass am heutigen Abend der traditionelle Fondue-Plausch am Beach stattfinden soll. Die Aussichten waren nicht allzu gut. Auf den Abend war wieder Regen angesagt. Da Ürsu und ich bereits am nächsten Tag die Heimreise antreten wollten, war dieser Abend jedoch noch die einzige Möglichkeit, den Anlass mit allen durchzuführen. Natürlich durften die berühmt berüchtigten Seespiele nicht fehlen und es wurden diverse Vorbereitungen getroffen und auch Erwartungen ausgesprochen, wie Mäse in diesem Jahr den sterbenden Schwan aufführen und in welcher Montur - oder besser gesagt, wie Monturlos - die musikalische Begleitung auftreten soll. Leider ist es aus wettertechnischen Gründen nicht zu diesem Augenschmaus gekommen - vielleicht besser so ;-). Als Alternativprogramm wurde ein Restaurant in Leucate gesucht - und wir hatten Glück! Das Essen war hervorragend und für mich ein würdiger Abschluss der diesjährigen Surfferien in Barcarès. Ein zwei Trami-Tage mehr hätte es vertragen - dennoch bin ich ziemlich zufrieden mit der Windausbeute.

Mit dabei waren:

Mäse, Werni, Pesche, Ürsu, Brünu, Caro, Peti, Michèle Marcel und Jürä

Turi und Theo kamen nach einer Woche dazu

Nachdem der Berichtschreiber und Ornithologie-Hobler Jürä mit Ürsu am Mittwoch heimkehrten, hat sich noch das eine oder andere ereignet auf der Insel. Am Mittwoch drehte der Wind wieder auf etwas schlappe 3 BF Trami. Werni und ich machten daraus eine Abend-Regen-Surftripp. Der Donnerstag war dann wieder sommerlich warm und verleitete uns dazu trotz schlechter Abendprognose das Fondue zu starten. Etwas hektisch und früher als normal wurde das Feuer gezündet. Das Käse Vorwärmen im Haus führte unerwartet zu einem Feueralarm, der allerdings nur Lärm und zum Glück kein Feuerwehreinsatz auslöste!

Das Fondue schmeckte dann hervorragend und wurde wie erwartet vom einsetzenden Regen noch vor Einbruch der Dunkelheit beendet; das heisst in Turi’s und Theo’s Haus verschoben. Der Ausklang gestaltete sich zunehmend heiter und im Übermut wurden neue Surfwettbewerbe ausgehandelt: Werni und Brünü wollten die „best of five“ Duckjibes ermitteln und Mäse bestand erneut auf ein „Regetteli“, diesmal von der Sandbank zur Kanaleinfahrt. Bruno dominierte am Freitag den ersten Bewerb klar. Beim zweiten war der Wind eingeschlafen und hat folgenden Zieleinlauf ergeben: Werni, Caro, Bruno. Der von Peti gestiftete Kuchen Preis wurde zum grossen Teil von der hier nicht genannten Rennleitung verzehrt!

Sofort musste gepackt werden und am Samstag ging’s wieder Richtung Heimat. Zu erwähnen bleibt, dass die ersten paar Tage auch noch Stefu, Pi und Barbara mit ihren Campern vor Ort waren und wir somit eine schöne Teilnehmerzahl von 15 Surfclüblern waren.

Verfasst von Jürä und Pesche


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