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Downwind Kitesafari 2017 Cumbuco - Atins
Die ersten vier Tage verbrachten wir im malerischen Fischerort Lagoinha. Von dort aus machten wir vier Downwinder jeweils etwa 15 km der Küste entlang um uns einfahren. Die eigentliche Downwind Kitesafari führte uns auf der gleichen Route wie letztes Jahr, nur viel weiter nach Nordosten. 

Wir starteten in Cumbuco die Reise und hinter der Hochseeschiff Landungs-brücke von Pecem den Downwinder. Über die Etappenorte Paracuru, Lagoinha, Guajru und Icarai führte die Reise nach Jericoacoara. Dieses Jahr fuhr ich die gesamte Strecke von Prea bis nach Jeri respektive weit aussen um Jeri herum (so dass wir die Windsurfer nicht behindern), um unterhalb der grossen Düne kurz anzuhalten. Dann ging es nochmals 10 km weiter.  

Um ganz Jeri geht neu ein hoher Zaun. Der Tourismus hat dermassen zugenommen, dass seit diesem Frühjahr jeder Tourist sich an einem der zwei Eingangstore wie bei einer Zollkontrolle anmelden muss. Die Gebühr beträgt 5 Reais, etwa 1.5 CHF pro Tag und ist bei Ankunft zu bezahlen. 

Danach führte die Tour weiter über die Stadt Camocim, Barra Grande nach Louis Coreia. Dort war für uns letztes Jahr Schluss. Diesmal fuhren wir in das Parnaiba Delta um auf der Insel Canárias zwei Nächte zu verbringen. Das Parnaiba Delta ist das drittgrösste Flussdelta der Welt und umfasst rund 85 Inseln mit 2700km². Das Landschaftsbild ist geprägt von artenreichen Mangrovenwälder, ausgedehnten Dünenlandschaften unterbrochen von  malerischen Lagunen, verträumten Flüssen die in den Atlantik münden und paradiesischen Stränden. Die größte Insel ist die Ilha das Canárias auf welcher eine Fischerkolonie lebt und die unter Naturschutz steht. Darauf war auch unser Pousada. Die Fischer fischen nach handwerklicher Methode, meisstens vom Strand oder Ufer aus mit Netzen und Kanus. Kaimane, Affen, Wickelbären, Hirsche, Schildkröten, Krebse und viele Vogelarten, wie Reiher, Störche, Spechte, Ibisse und Löffelreiher leben in Gemein-schaft mit den Fischern, Kuhtreibern, den Krebs-Sammlern, Bauern und Spitzen-klöpplern, und beweisen, dass Mensch und Tier friedlich nebeneinander existieren können, ja sogar sich gegenseitig von Nutzen sein. Es kommt einem vor, als würde man hier den verschiedenen Landschaften Brasiliens zusammen begegnen! Auf einer Nachtsafari konnten wir Schlangen, Echsen und einen jungen Kaiman bewundern.
Zwei Tage kiteten wir den beiden grössten Inseln je etwa 30 km entlang.
Höhepunkt war der Besuch der Mangroven Insel mit den roten Ibissen auf dem Rückweg von der ersten Tagesetappe zum Pousada. Die roten Ibisse kommen nur zum Übernachten dorthin. Zum Glück war an dem Abend Flut und die Vögel kehrten mit der tief stehenden Sonne zurück zum Nachtlager. Die Nahrungs-quelle, die roten Flusskrebse sind nur bei Ebbe erreichbar und die Vögel kehren dann erst beim Eindunkeln im letzten Moment zu ihrem Nachtlager zurück.
Die Weiterreise führte nach Tutoia, einer Kleinstadt am anderen Ende des Parnaiba Delta. Das Gepäck machte einen reisen Umweg und wurde um 9 Uhr am Morgen losgeschickt, damit es rechtzeitig um Abend am gleichen Ort war wie wir, im neuen Pousada. Wir fuhren erst kurz vor Mittag, los da der Wind erst dann auffrischte. Von Tutoia fuhren wir unsere letzte Strecke bis Amins. Atins ist wie Jeri vollständig von Sand umgeben und nur mit Sandautos erreichbar. Alles Gepäck musste per Boot über einen Fluss gebracht und mit sandtauglichen 4X4 Pickups zum Pousada gefahren werden. Wir konnten bis Atins kiten.
Die Schlussetappe führte von Atins der Küste entlang mitten in den Nationalpark Lençois Maranhenses. Der Nationalpark Lençois Maranhenses wurde 1981 gegründet und umfasst 155.000 ha, wovon 90.000 ha aus freier Dünenland-schaft und von Lagunen unterbrochener Dünenlandschaft bestehen. Eine Landschaft wie sie in dieser Art einmalig ist. Wir fuhren mit einem 4x4 mit Sitzen auf der Ladefläche von der Küste in den Park hinein um Süsswasser Seen zu bewundern. Diese sind gespiesen von Grundwasser und trocknen in dieser Jahreszeit immer mehr aus, da der Grundwasserspeigel zurück geht. 
Letzte Etappe war die Rückreise, 20 Minuten mit dem Boot, 25km Sandpiste und dann 580km über geteerte Strassen bis nach Cumbuco. Nach zwei Tagen Erholung ging es zurück nach Europa. Viele Eindrücke von einer der schönen und eindrücklichen Reise im Gepäck.

Hang loose: Dänu

Surfen 2017 in der Schweiz 3. Teil

Der Wetterwechsel von den heissen Sommertagen zum zu kühlen Herbst war von stürmischen Westwind-Tagen begleitet.
Am Montag Nachmittag 11. September fuhr ich an den Murtensee. Der Wind war perfekt für das 5.9er Excesse Segel und den 104l Mistral Synchro.
Für den Mittwoch 13. September war noch mehr Wind angesagt. Also entschied ich mich eine sehr lange Mittagspause zu machen. Als ich um 12:30 in Muntelier ankam war der Wind noch nicht ganz so stark wie angesagt. Das 5.3er North Ice Segel und der 85l Fanatic Freewave waren die richtige Wahl. Etwas mehr als eine Stunde kurvte ich auf dem See herum. Dann drehte der Wind auf die im
Windfinder prognostizierte Stärke auf. Ich wechselte auf das 4.7er Segel. Nach einer weiteren halben Stunde auf dem Wasser war ich wieder am Limit mit dem Segel und hätte auf das 4.2er wechseln müssen. Ich beendete den Surftag. Der Wind hatte es noch mehr als genug.

Die nächsten Stürme mögen kommen :-)

Hang loose: Dänu


Surfen 2017 in der Schweiz 2. Teil
Eigentlich wäre es wieder einmal Zeit auf dem Thunersee zu surfen. Gelegenheiten dazu gab es einige. Am Samstag 8. Juli fand das Grunderinseli Bluegrass Festival statt. Der Ober piff den ganzen Abend kräftig ums Zelt. Auch am 31. Juli am Morgen bis am Mittag hätte es schönen Ober gehabt. Irgendwie schaffte ich es bisher trotzdem nicht auf den Thunersee. Obwohl es dieses Jahr sehr viele Tage mit Ober Wind gab. So muss ich weiterhin ins Mittelland ausweichen.
Am Mittwoch 12. Juli war guter Westwind angesagt. Kurz nach 13 Uhr war ich in Muntelier beim Bise Noire. Als Brett wählte ich den 104l Synchro bei oberen 4 Bf. Ab und zu frischte der Wind auf 5 Bf auf, ab und zu viel er zusammen. Welches Segel war die Frage. 5.3 Wave schien mir zu klein, 5.9 Freeride in den Bösen recht gross. So wählte ich das bisher selten gefahrene 5.7er Waveesegel und die 36er Finne. Es war perfekt und ich war mehr als zwei einhalb Stunden am gleiten. Endlich funktionieren die durchgeglittenen Halsen auch wieder. Das Training zahlt sich langsam aus. 
Für den Montag 24. Juli waren 4Bf Westwind angesagt, am Nachmittag etwas weniger als am Morgen, dafür etwas mehr Sonnenschein. Als ich nach dem Mittag die Schaumkronen auf der Bise Noire Homepage Seite sah, hielt mich nichts mehr im Büro. Die ideale Kombination war diesmal das 6.4er Excesse Segel zusammen mit dem 104er Synchro und der 36er Finne. Gute zwei Stunden dauerte der Spass dann ging der Wind soweit zurück, dass ich auf den iSonic 120l hätte umsatteln müssen, was ich bleiben liess. Der Parkplatz war leer, Ferienzeit. 
Eine weitere Gelegenheit bot der 3 . August. Als ich kurz vor zwei Uhr beim Bise Noire eintraf hätte ich gut das 104l Brett fahren können. Bis ich mein 6.4er Excesses aufgebaut hatte, lies der Wind etwas nach. So entschied ich mich in letzter Sekunde um und nahm den 120l iSonic mit einer 38iger Finne. Nach gut anderthalb Stunden heizen, wechselte ich infolge nachlassendem Wind auf das 7.5er Severne Segel und die 44er Finne. So konnte ich den Wind bis zum Schluss auskosten. Einzig das viele Seegrass führte zu spürbaren Geschwindigkeitsreduktionen und Spinouts.
Am Samstag 5. August fuhr ich nach Portalban. Es war wieder einmal Zeit zum Kiten.
Der 12er Kite und mein Directional Brett waren ideal für die 11 - 16 Knoten .

Für den Freitag 18. August war vor der Schlechtwetterfront West-Wind angesagt. Also traf ich um 13:30 in Muntelier ein. Der für 14 Uhr angekündigte Wind lies dann bis 15 Uhr auf sich warten. Dann ging es aber ab über den See mit dem 5.9er Excess und dem 104l Mistral Synchro. Der Wind drehte von side auf onshore beim bise noire und kurz nach 17 Uhr hatte ich genug. Ich floh vor der aufziehenden Gewitterfront zufrieden nach Hause.

See you on the lake & Hang loose: Dänu



Surfen in der Schweiz :-)

Warum in die Ferne schweifen, wenn der Wind ab und an in die Schweiz kommt, sagte ich mir in diesem Frühjahr und nahm mir vor die windigen Tage so weit wie möglich auszunutzen.

Erste Gelegenheit bot der Sonntag 21. Mai am Murtensee. Es waren erstaunlich wenige Leute welche die oberen 3 bis unteren 4 Beaufort beim Bise Noire auskosteten.

Nach langer Zeit stand ich wieder einmal auf einem Surfbrett. So war es mir ganz recht dass ich den 120l iSonic und das 7.5 m2 Segel nehmen musste. Bei den Bedingungen kann man in den Böen bei absolutem Flachwasser herum gleiten.

Nächste Gelegenheit bot sich an der Auffahrt am 25. Mai in Yvonand. Eigentlich wollte ich Windsurfen gehen. aber es waren eben auch nur 3-4 Windstärken. Ein 7.5er Segel und ein 120l Brett auf dem Neuenburgersee mit seinen Wellen bei Bise macht nicht wirklich Spass, dachte ich. So entschied ich mich kurzerhand fürs Kiten mit dem 12er Schirm und einem Directional Brett. Damit konnte ich immer schön gleiten und die Wellen abreiten, während praktisch alle Windsurfer mühe hatten ins gleiten zu kommen. Es wimmelte an dem Tag nur so von Kitern dort und beim Startplatz am Strand herrschte ein entsprechendes Gedränge. Auf dem See draussen war es allerdings problemlos, wenn man etwas Höhe zog und weiter draussen fuhr.

Am 6. Juni war Westwind angesagt und ich traf mich am Nachmittag mit Pesche Schärer am Murtensee. Zwei Stunden fuhr ich mit dem 100l Mistral Synchro und einem 5.3er Segel. Pesche war mit einem 90l Brett und 5.0er Segel ebenfalls gut bedient. Nach zwei Stunden liess der Wind nach und ich hatte genug. Der Wind kam jedoch noch stärker zurück und Pesche baute 4.5er Segel auf und fuhr nochmals über eine Stunde mit dem 78l Brett. 

Für das Wochenende 17. und 18. Juni war wiederum Bise angesagt. Ich entschied mich nach Yvonand zu fahren und dort zu übernachten. Eigentlich wollte ich die Kites mitnehmen, bis mir im letzten Moment in den Sinn kam, dass es im Sommer einige Zeit verboten ist dort zu starten. Vom 15. Juni bis 15. August gilt das Kite-Verbot am ganzen Strand in der Gemeinde Yvonand. Also nahm ich nur die Surfbretter mit. Auf dem Camping de la Menthue fand ich einen Platz. Am Samstag Nachmittag war ich mit dem 6.4er Segel und dem 104l Synchro auf der Neuerburger Seeseite gut bedient. Ein gemütlicher Grillabend und ein paar Bier rundeten den Tag ab.
Für den Sonntag war der beste Wind am Morgen angesagt und dann stetig abnehmend. Und tatsächlich als ich aufstand, blies es schon ordentlich. Also nichts wie los, nach dem Morgenessen. 5.3er Segel und für die knappe erste Stunde das 85l Brett waren perfekt. Danach wechselte ich auf das 104l Brett bei gleichem Segel und surfte weitere zwei Stunden herum. Man hätte dann noch ein grösseres Segel nehmen können. Ich hatte jedoch genug und schaute bei einem Bier dem Treiben auf dem See noch etwas zu. Kiter waren praktisch keine mehr zu sehen, die Polizei verteilte Samstag und Sonntag am Strand Bussen und schickte sie weg.

Schon eine Woche im voraus sah man im Windfinder, dass sich für den Donnerstag 29. und Freitag 30. Juni Westwind ankündigte. Und im Gegensatz zu vielen anderen Malen, wo sich die Hoffnungen wieder verflüchtigten, trafen die Prognosen diesmal ein. Die Frage war nur, wohin soll man gehen? St. Baise, Murtesee oder Erlewäldli. Aus Bequemlichkeit entschied ich mich für den Murtensee. Bis ich los konnte am Donnerstag war der Mittag vorüber und so kam ich kurz nach 2Uhr Nachmittags beim Bise Noire an. Es blies so heftig, dass ich das 4.7er Segel mit dem 85l Brett aufbaute. Tatsächlich konnte ich noch zwei Schläge fahren, bevor der Wind herunter ging und ich zurück dümpelte. Stefu und Jüre waren auch da. Stefu war ebenfalls mit dem 4.7er unterwegs gewesen, nur war er schon deutlich länger da und konnte es auskosten.
Ich wartete auf weiteren (starken) Wind. der wollte jedoch nicht so recht kommen. Also baute ich das 5.9er Segel auf und nahm den 104l Synchro. Nach etwas mehr als einer Stunde surfen wurde es mir zu stark. Zurück an Land und tauschte mein Material gegen das auf dem Rasen bereit liegende 4.7er Segel mit dem 85l Brett. So konnte ich nochmals fast eine Stunde fahren.
Am Freitag herrschte neben dem starken, wie immer etwas böigen Westwind auch noch super Sonnenschein. Das 4.7er Segel und das 85l Fanatic Freewave Brett waren die perfekte und einzige Wahl. Ging der Wind soweit zurück, dass ich nicht im gleiten war, fuhr ich zurück und machte Pause. Brünu und Stefu waren ebenfalls da. Anfangs war der Wind perfekt. Später wurde er etwas löcheriger. Nach vier Stunden mit einigen Pausen hatte ich genug, obwohl der Wind danach wieder konstanter und stärker wurde. Am Samstag verzichtete ich dann auf einen weiteren Surftag, trotz des immer noch mässigen West-Windes. 
Der Freitag war nicht zu topen :-)
Wünsche uns Allen weitere gute Surftage im 2017

Hang loose: Dänu


Downwind Kitesafari Brasil 2016

siehe auch: http://downwind.ch/touren/cumbuco-parnaiba-standard.html

Wir starten in Cumbuco zu unserer downwind kitesafari. Cumbuco liegt etwas mehr als eine Fahrstunde nördlich von Fortaleza. Als alles Gepäck in und auf die beiden 4x4 Autos verladen ist, fahren wir los. Von Cumbuco geht es mit den Autos über eine Strasse mit Sandabschnitten nach Norden vorbei an Pecem. 
In Pecem ist eine 3km lange Landungsbrücke für Hochseeschiffe. Draussen warten duzende von Schiffen zum be- und entladen. Es werden Container wie auch Kohle und Stahl gelöscht. Brasilien kennt für Fertigprodukte eine Importsteuer von 100%, während Halbfabrikate nur sehr bescheiden besteuert werden. Deshalb produzieren viele Firmen in Brasilien. Am Zoll werden Brasilianer und Personen mit Aufenhltsbewilligung rigoros kontrolliert, während Touristen meist durchgewunken werden. Die Landungsbrücke ist auch der Grund warum wir nicht schon in Cumbuco sondern nördlich davon unseren Downwinder starten.
Wir fahren an den Sandstrand und bauen zum erstmal auf dem Downwinder die Kites auf. Es hat etwa 17 Knoten (um 5 Bf) Durchschnittswind, perfekt für den 9er Kite. 
Francesco, der ursprünglich aus Kalabrien stammt, übernimmt die Führung des ersten Tages. Im Sand zeichnet er die Strecke bis zur ersten Pause auf und erklärt wo Steine und Hindernisse im Uferbereich liegen. Wir starten. Francesco fährt vorab und die Gruppe  (8 Teilnehmer) folgt. Die Autos fahren parallel am Strand entlang. Eines auf Höhe unserer Guides Francesco und eines am Schluss der Gruppe. Tourguide und die beiden Fahrer sind über Funk mit leistungsfähigen Geräten bis 7km Reichweite verbunden. Tagesziel ist Pracuru nach rund 20km der Küste entlang. Nach etwa der Hälfte der Strecke ist eine Pause eingeplant.
Zuerst ist die Küste fast gerade und ohne besondere Hindernisse. Dann kommen wir nach Taiba. Wie alle Orte an der Küste gelegen, liegt Taiba in der Windabdeckung um einen ins Meer hinaus ragenden Sporen oder einer Bucht. Da gilt es Abstand zu halten, da in diesen Bereichen meist auch Felsen wie auch Fischfanganlagen mit Holzstämmen im Wasser sind. Zudem sieht man diese Hindernisse bei Flut meist schlecht oder gar nicht. Das Wasser ist im Uferbereich auch recht trübe. 
Kurz hinter Taiba sind die Wellen am schönsten und bis 2m hoch. Also fahren wir wieder dem Ufer entlang. Der Wind ist side sideonshore. Beim Herausfahren über einen 2m Brecher überdreht es mich mehrfach und ich verreisse den Kite. Er landet im Wasser direkt in eine Welle. Jetzt gibt es nur noch ein sich komplett vom Schirm trennen und das sofort. Der Kiter am Schirm wirkt wie ein Anker und die Welle hat soviel Kraft dass der Schirm zerrissen werden kann. Also weg damit. Am Ufer muss ihn nur jemand festhalten. Aufsteigen kann er, einmal in der Welle überdreht und gewaschen, praktisch nicht mehr. Der Fahrer des hintern Wagens rettet den Schirm und ich schwimme mit dem Brett ans Ufer. Da das Missgeschick nur 300m vor der Pause erfolgte, laufe ich am Ufer entlang zu den Autos. 
Jetzt gibt es eine Stärkung hinten auf dem Pickup, der gegen den Wind stehenden Autos: Ananas, Papais, Mangos, Melonen und Bananen; ein Sandwich für jeden und viel Wasser. Dann noch Kekse.
Francesco zeichnet denn zweiten Teil der Tagestour. Es gibt nur eine kritische Stelle mit einem Riff aussen, wo wir aber auf Grund der Flut vermutlich innen durchfahren können. Wenn ich auch den Schirm noch einige Male ins Wasser setzt., kann ich ihn doch jedesmal wieder starten und weiterfahren. Todmüde und glücklich erreichen wir Paracuru. Am Strand gibt es nichts als eine Strandbar und Duzende von Kites und Kiter. Auch auf dem Wasser sind so viele Kiter, dass man dauernd schauen muss wo man fährt. Ich lande sofort und bestelle nach einer Dusche das wohlverdiente Bier. Mit den Autos fahren wir in das etwa 4km vom Strand entfernt Dorf Paracuru und lassen  nach dem Abendessen mit einem Caipiroska im Pusada den Tag ausklingen.

Tag 2
Wir fahren mit den Autos von Paracuru nach Lagoinha, einem verträumten Fischerörtchen. Die folgende Kite-Strecke ist einfach und ohne besondere Hindernisse. Sandstrand soweit das Auge reicht. Das Kiten geht schon wesentlich einfacher und der Schirm fällt praktisch nicht mehr runter. Wir erreichen nach der Mittagspause und nach etwas mehr als 20km kiten das Örtchen Guajiru. Unsere Pusada, Villa Vagalume (Glühwürmchen) liegt direkt am Strand. Eine traumhaft schöne Anlage mit Rasen und Swimmingpool. Der Spot ist auch für Windsurfer, dank seiner sideshore Bedingungen und ohne Windabdeckung sehr gut geeignet. Bei Flut hat es Flachwasser, bei Niedrigwasser bildet sich eine kleine Welle. 

Tag 3
Wir bleiben ausnahmsweise eine weitere Nacht in der Pusada Villa Vagalume, da die nächste Unterkunft nicht verfügbar ist. So fahren wir etwa 5km am Strand Richtung Süden zurück und starten dort unseren Downwinder. Der Wind hat auf 6Bf mit über 22Ktn Schnitt zugelegt und ich baue den 7er Kite auf. Heute ist der erste Tag wo ich locker fahre und den Kite kein einziges Mal ins Wasser setzte. Einzig vor Flescheiras durch muss man wegen einigen Steinen und und der Fischfanganlagen im Wasser aufpassen. Das sind Pfähle im Wasser mit Netzen und Reusen dazwischen. Unser Guide führt uns innen durch dem Strand entlang. Plötzlich habe ich zwei Pfähle unmittelbar vor mir. Ein enger Turn und ich fahre mit einem halben Meter Abstand daran vorbei. Bei einem Fluss am Örtchen Mundau endet die fast 30km Tagestour und wir fahren den Autos zurück in unsere Pousada zum relaxen.

Tag 4
Wir verladen all unser Material in den Autos und fahren zum Endpunkt unserer gestrigen Tour. Dort müssen beide Autos nacheinander auf eine Fähre verladen und über den Fluss gefahren werden. Die Fähre, eher ein kleines Boot, mit Platz für genau ein Auto, ist schon eher ein abenteuerliches Gefährt. Beidseitig des Flusses ist nur Sand. Das be- und entladen über Holzbretter so breit wie die Reifen ist ein Spektakel. Danach geht es noch rund 5km mit den Autos dem Strand entlang bis zu unserem Startpunkt in Baleia. Es bläst wiederum mit 22 Ktn Schnitt und die heutige Strecke hat es in sich. Zweimal fast 20 km also total doppelt soviel wie an den ersten beiden Tagen.
Bis zur Mittagspause ist die Strecke unproblematisch zu fahren. Immer in den Buchten kann man die Welle bis an den Strand fahren und an den Ecken zur nächsten Bucht muss man aufpassen, dort liegen meist ein paar Steine im Wasser, manchmal auch eine Fischfanganlage, da dort wo die Steine sind auch viel Fisch ist.
Nach dem Mittagessen geht es noch einig km so weiter. Dann ändert sich der Strand und die Bedingungen radikal. Die Wellen sind plötzlich doppelt so hoch und am Strand hat es nur noch Felsen. Kite ins Wasser setzten verboten hat Francesco uns eingebläut. Da der Wind Onshore blässt, ist Starten praktisch unmöglich, die Welle fällt voll in den Kite der im Wasser landet. Man müsste sich vom Kite trennen und dann vom Guide herausgezogen werden. Ob der Kite das überlebt…
Auch die Autos sind hoch oben und müssen später den Strand ganz verlassen.  Es geht mit genügend Respektsabstand vom Ufer auf den Wellenrücken parallel zum Ufer. Der Kite bleibt dabei immer in der gleichen Position. Wir erreichen Icarai (auch Icarzinho genannt) ein Windsurfparadies mit Flachwasser und einer schönen kleinen Welle, welche immer am gleichen Punkt läuft. In genügendem Abstand umfahren wir das Dorf und die Windsurfer. Weiter unten in der Bucht landen wir an. Ein Bier in der Strandbar ist etwas vom Besten im salzigen Mund.
Dann geht es mit den Autos noch 3 km weiter nach Moitas, in eine Pusada direkt am Strand. Dort kann man den Kite nicht landen, deshalb sind wir vorher ausgestiegen. In der Pusada essen wir auch, es gibt ein hervorragendes Mehrgang Menü. Die Geräusche der Wellen begleiten uns in die Nacht.

Tag 5
Wir fahren mit den Autos eine längere Strecke, fast zwei Stunden. Dabei umfahren wir das Gebiet der Ilha do Guajiru, einer grossen Kitelagune. Dort ist ein ganzes Kiter Retortendorf mit Pusada und Restaurants entstanden, welches nur von September bis Dezember in Betreib ist. Die Autos können diesen Strandabschnitt nicht befahren, da verschiedene Flüsse und die Insel den Weg versperren. In Aranau erreichen wir wieder das Wasser, auf einer Strasse welche erst kürzlich zum Bau von 20 Windturbinen errichtet wurde. Die Windkraftwerke und Parks schiessen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden.
Es blässt mit 26 Ktn Schnitt und ich baue erstmals meinen neuen 5er Kite auf. Wir spielen mit den Wellen und erreichen zur Mittagspause Prea. An diesem Ort endete die alte Strasse nach Jericoacoara (Jeri) und die Fahrt führte entlang dem Sandstrand. Weiter geht es in den anspruchsvollen Strandwellen bis zum Punkt wo die Autos den Strand verlassen müssen um nach Jeri zu fahren. Die Meisten stoppen hier und fahren in den Autos nach Jeri. Nach drei Stunden kiten bin auch ich zu müde um die Strecke nach Jeri zu kiten. Drei Teilnehmer und Luisiana als Führerin fahren bis nach Jeri weiter. Begleitung gibt es keine und in Jeri muss man unterhalb der grossen Düne in die Bucht hineinfahren.
Jeri bleibt Jeri, viele Touristen, nicht nur Surfer und Kiter.  Ein wunderbarer Sonnenuntergang und ein spezielles Ambiente. Allerdings überbordet auch alles. Zu viel von allem und viel zu teuer. Jeri kommt mir einmal mehr vor wie das Zermatt von Brasilien. Wir beschliessen den Abend mit einem Caipi mit Cashew Frucht anstelle der Limetten, der sensationell gut schmeckt.

Tag 6
Wir starten unterhalb der grossen Düne von Jeri unsere 42km Tagestour. Einer der Teilnehmer misst mit der Uhr die effektiv gefahrenen km und kommt auf 62 km mit seinem Twintip Board. Mit dem Directional Surfboard, das ich fahre, beträgt die gefahrene Strecke bis zum Zweifachen der effektiven km. Am Ende erreichen wir Camocim eine 62tausend Einwohnerstadt. Die Autos müssen wiederum mit einer Fähre über den Fluss davor übersetzten. Auf der einen Seite nichts ausser Sand und einer Baraca (Strandbar). Auf der anderen Seite die pulsierende Stadt. Das Hotel ist ein Juwel mit Innenhof und Pool. Jedes Zimmer hat seine eigene Freiluftdusche mit kleinem eigenem Garten. Alles total grün und das Mitten in der Stadt.

Tag 7 
Wir starten kurz hinter Camocim unsern nächsten Trip von wiederum über 40 km. Es blässt nach wie vor mit weit über 25 Knoten Schnitt und ich spiele mit dem 5er Kite in den Wellen. Das schwierige dabei ist, dass der Kite bevor man in die Kurve fährt umgelenkt werden muss. Der Kiter folgt mit einer Zeitverzögerung. Macht man es gleichzeitig, unterfährt man den Kite, die Leinen sind nicht mehr gespannt und der Kite fällt wie ein Blatt vom Himmel, trotz Wind. Fährt man einen Turn nach der anderen muss man den Kite schon wieder in die neue Richtung lenken wenn man in die vordere Kurve hineinfährt. Das ist deutlich schwieriger, als beim Windsurfen, wo alles gleichzeitig passiert. Irgendwann wird es für das Hirn zu viel, man lenkt falsch, unterfährt den Kite und landet im Wasser. Wir landen Igreja an und fahren die Strecke nach Barra Grande im Auto, da es sonst über 60km auf dem Wasser wären. Dabei verlassen wir den Bundesstaat Ceara und kommen in den Bundesstaat Piaui. Hauptstadt ist Teresina, eine 800 Tausend Einwohnerstadt im Landesinnern mit Temperaturen von weit über 40 Grad und ohne den angenehmen Passatwind, der die Küsste bestreicht. Barra Grande liegt mehr als sechs Autostunden nördlich von Fortaleza und wurde in den letzten Jahren von den Kitern entdeckt und erobert. Es gibt duzende von Pusadas und Kitestationen.

Tag 8 
Unser letzter Tag auf der Kitesafari. Wir fahren vorbei an Macapa, wohin wir am Abend zurückkehren werden. Tagesziel ist Luis Correia. Die übrigen Teilnehmer fahre am nächsten Tag weiter ins Parnaiba Delta, zum kiten im Flachwasser und einer Flussfahrt mit Safari am Abend. Pesche und ich fahren mit einem der Fahrer, der an dem Abend zurück nach Jeri fährt, bis Macapa mit.

Macapa 
Wir bleiben hier einige Tage um uns zu erholen. Die Kitetstation von BeeKite gibt es erst seit drei Jahren. Auch sonst ist Macapa am Ende der Welt, scheint es. Nach Barra Grande sind es mit dem Kite etwa 4km Distanz und einige Minuten. Mit dem Auto dauert die Fahrt fast eine Stunde, da man das Flussdelta umfahren muss. Zum kiten für Flachwasser Piloten, Wakestyle Künstler und Sprung Spezialisten ist der Ort perfekt. Ich fahre erstmals seit langem wieder das Twintip (Wakestyle Board) und übe etwas Manöver wie auch Sprünge. 
Unser Bungalow liegt direkt am Strand. Eine eine einfache zweckmässige Hütte mit Palmbätterdach. Der Sand ist so fein wie Mehl und dringt in alles ein.
Wir schalten auch Tage ohne kiten ein und machen einfach nichts, super schön.
Zum essen werden wir verwöhnt durch den Stationsbesitzer Michele, einem Südtiroler. Es gibt eine kleine Portion Spagetti und danach frische Langusten. Die Deutschen rümpfen die Nasse ab den Meerestieren. Wir können uns die Bäuche voll schlagen. Was will man mehr.
An einem der Tage machen wir bei einem Downwinder über Luis Correia hinaus mit. Die Gruppe startet viel zu spät und so fahren promt in die Nacht hinein. Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Das danach weniger. Am Schluss müssen wir bei fast völliger Dunkelheit am Strand landen und die versprengte Gruppe sammeln. Einige Teilnehmer haben Panik und zwei Boards gehen verloren. Eines davon finden wir später am Strand liegend wieder. So sollte man es nicht organisieren, das könnte ins Auge gehen. Letztlich findet uns der Begleitbus und spätestens beim Nachtessen sind alle wieder happy. 

Lagoinha
Die Fahrt zurück in den Süden nach Lagoinha dauert etwas mehr als 6 Stunden. Auf dem Weg dorthin fahren wir hinter Pickups voll beladen mit Cashew Früchten her. Es duftet super gut. Die Frucht kann man nur schlecht transportieren, deshalb kennt man sie in Europa kaum. In Ceara (Bundesstaat), wo die Frucht herkommt, wird Schnaps, Bier und noch viel anderes mit der Frucht hergestellt. Der Kern, welcher ausserhalb der Frucht d.h. darunter wächst, kennen wir jedoch bestens, Cashew-Nüsse.
In Lagoinha, zwei Autostunden nördlich von Fortaleza, ist Ur-Nord-Brasilien. Der Ort selbst ist leicht erhöht über dem Meer. Unten liegt eine verträumte Bucht mit Canschadas (kleinen Fischerbooten), vielen Restaurants, schönen Palmen und dem bekannten rötlichen Hügel. Ich kenne keinen anderen Ort in Nordbrasilien, wo sich die Bevölkerung am Abend so auf dem Dorfplatz trifft wie in Lagoinha. Zu einem Drink und einem Schwatz. Die einen spielen Domino, die anderen schauen Fern. Daneben ist die mit Menschen gefüllte Kirche und die Jugend spielt barfuss Fussball auf einem eingezäunten Betonplatz. Alles friedlich nebeneinander, leben und leben lassen. 
Wir machen eine Woche lang jeden Tag einen Downwinder. Meist nach Guajiru hinunter, die Strecke welche wir vom 2. Tag unserer Kite-Safari her kennen. Dort lassen wir uns jeweils mit einem Pickup oder Buggy abholen und fahren dem Strand entlang zurück. 
So geht eine wunderbare Zeit mit vielen kite-km und Eindrücken zu Ende. 
Downwind Kiten und das Spiel mit und in den Wellen ist einfach genial.


Hang loose: Dänu

Yvonand rockt
Zweimal in diesem Jahr bin ich nach Yvonand gefahren und beide Male hat es sich voll gelohnt. Beim ersten Mal am im Juli waren 15 - 22 Knoten Biese angesagt. Zum Glück war ich an diesem Samstag früh genug und fand noch einen Parkplatz. Nach kurzem Check riggte ich das 5.9 Excess auf und fuhr mit dem 104l Mistral Synchro hinaus. Da hatte ich die Rechnung aber ohne den Wind gemacht. Nach einem Schlag war klar, das Segel ist zu gross! Also nichts wie zurück und Wechsel auf das 5.3 ICE. Damit fuhr es sich dann viel angenehmer. 
Am Dienstag 30. August war es wieder so weit. 14 bis 20 Knoten Biese war die Ansage. Bei der Ankunft um 12:30 Uhr sah das Wasserbild ähnlich aus wie beim letzten Mal. Also war klar welches Material zu verwenden ist. Mit dem 104 l Mistral Synchro und dem 5.3er North ICE war es perfekt, easy surfing bei 25°C und Sonnenschein. Die ca. 1m hohen Wellen sind super zum abreiten und eigenen sich sehr gut beim Halsen als Schubunterstützung. Zwischendurch musste ich alle Fahrkünste zusammen nehmen um das Brett über die Wellen unter Kontrolle zu halten. Es flog förmlich dahin und hob immer wieder ab. Löcher hatte es beide Male keine, so konnte ich 2.5 Stunden durchfahren und als der Wind etwas zurückging glücklich anlanden.
Die Kiter sind in Yvonand dominierend. Ich zählte 6 Windsurfer und über 60ig Kiter auf dem Wasser. Probleme gibt es wenig, die meisten Kiter fahren nicht so weit hinaus und voll ‚angepowered‘ fuhr ich mit dem Synchro den Meisten davon. 
Zudem gibt einen separaten Startplatz für die Kiter und für die Windsurfer
Jetzt fehlt nur noch ein bisschen mehr Wind und ein Tag mit dem 85l FreeWave
Yvonad, ich komme wieder

Hang loose: Dänu
Blick vom  Kitebeach aus; Windsurfstartplatz links vom Bild 

Das gab's schon lange nicht mehr! 25. und 27. Juli 2015

Auch der Presi Dänel war an den beiden Tagen unterwegs.

Am Samstag war ich in St. Blaise am Neuenburger See mit dem 85l Brett und dem 4.7 Segel. Das zuerst angesteuerte La Tène funktionierte auf Grund der sehr westlichen Richtung nicht. Die Wellen vor Neuenburg waren sehr gross und perfekt zum Halsen.
Am Montag fuhr ich an den Bielersee zum Erlenwäldli bei Ipsach wiederum mit dem 85l Brett. Am Vormittag konnte das 4.2er Segel und nach einer Stärkung am Nachmittag mit 4.7er Segel gefahren werden.
Es waren zwei für die Schweiz aussergewöhnliche Surftage. 

Das Bild entstand in der Mittags Surfpause vom Erlenwäldli aus. 


Kitebericht von unserem Presi Dänel auf den Kapverden 

Die Bucht von Salamansa ist auf der Nordseite der Insel Sao Vicente gelegen. Das Dorf selbst ist ein Fischerdorf. Der Wind kommt schräg auflandig von rechts. Und abtreiben ist nicht möglich, da man einfach weiter unten am Strand anlandet. Leider ist Salamansa auf Grund der Strömung nicht für Windsurfen geeignet (8-10 Knt Strömung in Windrichtung). Damit benötigen man um über den Schorbrake zu kommen ein zu grosses Segel. Zum Kisten und üben ist die Bucht jedoch perfekt. Und nach wie vor ein Geheimtip, da nicht promotet durch die Reiseveranstallter. Allerdings gibt es je nach Swell ein nicht zu unterschätzender Schorebrake. Anfängerschulung ist auf Grund der Wellen hier eher schwierig. Dieses Jahr ist der Wind eher schwach. An den meisten Tagen hatten wir bisher um die 16 Knt Wind im Schnitt. Im Jahr davor waren es jeweils über 20. Hauptsache Wind ein 5er Wind ist eigentlich ideal. Seit Gestern fahre ich auch auf dem Surfboard (Drectional) und nicht nur auf dem wakeboardähnlichen Twintip, wie auf den Bilder. Das ist viel näher beim Windsurfen und mein Ziel um Wellen abzureiten. Allerdings geht noch kein Manöver und damit muss ich jeweils ins Wasser und das Brett drehen. Es wird noch einiges Training benötigen um die Jibes mit den Surfboard zu schaffen. Knackpunkt ist, neben der richtigen Schirmsteuerung, insbesondere der Fusswechsel.
Daneben geniessen Pesche Schärer, Küse Bögli und ich die Zeit in Mindelo mit gutem Essen (viel frischem Fisch) und guter live Musik.                 
gesendet am 7. April 2015





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ITOMA Follow the wind tour cabo verde 2013 vol. II

An Ostern 2013 war es soweit. Wir starteten die Follow the wind tour cabo verde 2013 Vol. II von Mindelo aus.

Rund ein Jahr vorher machte uns ITOMA Besitzer und Kapitän Tom an einem der letzten Abende auf der ITOMA ein verlockendes Angebot. Im 15ten Jahr auf den Kapverden wollte er mit uns eine spezielle Tour durchführen. Sie sollte an alle Spots auf den östlichen Inseln Sal und Boa Vista führen, welche die ITOMA in den frühen Jahren ihrer Anwesenheit auf den Kapverden jeweils anlief. In den letzten Jahren beschränkten sich Touren mit der ITOMA auf die Surfspots der Insel Sao Vicente und der Naturschutzinsel Santa Lucia. Wir vereinbarten mit Tom den Termin für 2013 und er überlies es uns die Teilnehmer auszuwählen. Die Gruppe sollte begrenzt werden, damit es nicht zu eng wurde auf dem Schiff. Sechs Teilnehmer waren von Anfang an gesetzt. Um die letzten beiden Plätzte gab es kontroverse Diskussionen innerhalb der Kerngruppe. Am Schluss waren es 10 Teilnehmer verteilt auf die acht Kabinen. Zwei Kabinen wurden je durch Vater und Sohn belegt, alle übrigen haben Einzelkabinen.

Wir fliegen mit der TAP (Air Portugal) von Genf über Lissabon nach San Pedro Airport auf der Insel Sao Vicente. Der kleine Flughafen war in den letzten Jahren zum internationalen Airport ausgebaut worden. Die TAP fliegt zweimal wöchentlich direkt von Lissabon nach Sao Vicente.

Die ITOMA hat in Mindelo auf Sao Vicente ihre Heimatbasis. Dort bildet ein versunkener Vulkan den Hafen. Dieser ist nur nach Nord-Westen hin offen. Geschützt wird die Öffnung durch die gegenüberliegende Insel San Antao, der grössten aller Inseln der Kapverden.

Mindelo selbst ist eine pulsierende Stadt. Insbesondere die Musik der Kapverden ist allgegenwärtig. Cecaria Evora, die im Dezember 2011 verstorbenen Ikone der kapverdianischen Musik, tönt mit ihren Liedern aus den Radios oder CD-Spielern in den Bars. Die einheimische Bevölkerung dominiert und Touristen sind in der Minderheit. Regelmässig finden auch Konzerte in verschiedenen Bars statt. Der Eintritt ist meist frei.

Von Mindelo aus fahren wir am ersten Tag direkt vorbei an San Pedro in Richtung Santa Lucia. Diese Insel steht unter einem strengen Naturschutz und die ITOMA besitzt als eine der wenigen eine Besuchs- und Ankererlaubnis. Dort sind die Bedingungen perfekt zum einsurfen. 5 Windstärken und Sonnenschein bei ca. 26 Grad begleiten die ersten Tage. Wir sind in Lauerstellung um die Reise fortzusetzten. Tom prüft regelmässig die Wetterdaten um den idealen Zeitpunkt für die Überfahrt nach Sal zu finden. Nach zwei Surftagen ist es soweit, wir setzen die Reise fort und fahren los Richtung San Nicolau. Dabei begegnen wir einem Wahl und folgen ihm. Bei der kleinen Insel Razor treffen wir auf Fischer und kaufen einen Thunfisch. Seit die Kapverdianer die Fischrechte an die Japaner verkauft haben, ist die Chance selbst einen Fisch auf den Überfahrten zu fangen sehr stark geschwunden. Noch vor zehn Jahren War bei jeder Überfahrt ein grosser Raubfisch am Haken. Heute ist die Chance 10 bis 15 Mal geringer. Die Fische werden zudem immer kleiner, das heisst jünger. Der rohe Thunfisch frisch gefangen ist nach wie vor etwas vom bessten an frischem Fisch was man essen kann.  Die Kapverdiander selber essen keinen rohen Fisch.

Die Fahrt geht weiter, wir passieren Tarafal auf San Nicolau und dann die Südspitze der Insel. Dort haben wir schon oft Wahle angetroffen. Diesmal zeigt sich kein Meeresbewohner. Am späten Nachmittag verlassen wir die Insel San Nicolau und stechen in die offene See Richtung Sal. Kurze Zeit später beisst doch noch ein Fisch an. Nach kürzester Zeit ist klar, es ist ein Marlin. Leider kann man den Marlin nicht essen. Er enthält als Raubfisch zu viele Schwermetalle und Gifte, zudem ist das Fleisch ist nicht geniessbar. Lediglich junge Marlins sind noch essbar. Nach fast einer Stunde Kampf Mann gegen Fisch ist der Marlin derart erschöpft, dass er aufgibt. Der Haken kann ausgehängt werden und der Fisch versinkt langsam im Meer.
Die Marlin Fischerei auf den Kapverden ist wohl etwas vom fragwürdigsten und sinnlostesten an Sportfischerei, das es gibt. Duzende von teuren Spezialbooten mit je zwei Motoren und hunderten von PS starten in den Monaten April bis Juni täglich und machen Jagd auf die Marlins. Der oder die zahlende Gäste geben rund 1000 Euro pro Tag für das Schiff und die Besatzung aus. Die Boote kreuzen stundenlang entlang der Kante wo die Meeresströmung stark und viel Fisch zu finden ist. Die Marlins erschöpfen sich, wenn sie anbeissen, im Kampf zu Tode. Den Fischern geht es darum ein Foto mit sich und dem Marlin zu machen. Der Fisch wird anschliessend zurück ins Meer gelassen und versinkt dort langsam. Angeblich sollen die Kleineren überleben, die Grösseren sind zu erschöpft und sterben. Oft werden sie in diesem Zustand auch von anderen Raubfischen insbesondere Haien angeriffen, welche in den Gewässern der Kapverden recht zahlreich sind.

Wir fahren weiter und in die Nacht hinein. Zwischen sechs und sieben wird es jeweils relativ schnell dunkel. Gegen 11 Uhr Abends erreichten wir Sal und ankerten beim Monte Leon oben. 
Am nächsten Tag haben wir dort herrliche Flachwasserbedinungen bei 4 – 5 Bft. Nur einen Tag später kommen wir etwas weiter unten bei Mudeira erstmals in den Genuss von Wellen von rund 2 -3 m. Die Wellen sind recht einfach zu erwischen. Der Wind ist sideshore rechts (immer vom Ufer aus gesehen) und mit 5 Bft. ideal. Ich fahre ein 83l Board (F2 Rebel) und ein 5.3 North Volt Segel. Dieses Material verwende ich fast die gesamte Zeit, da praktisch immer ähnliche Windbedingungen herrschen. Das Brett ist kein reines Waveboard sondern ein Freestyle-Wave Board. Es ist für die unterschiedlichen Bedingungen ideal.  

Etwas nördlich von Punta Preta, dem berühmtesten Spot auf Sal, liegt Agodaira. Dieser Spot ist auch für den normalen Surfer noch fahrbar. Die Welle erwiest sich allerdings während unserer Anwesenheit bei einem starken ‚sideoffshore’ Wind von rechts als kaum fahrbar. Man erwischt sie einfach nicht. Immerhin können wir kilometerweit dem Ufer entlang surfen und erwischen ab und zu eine, wenn auch mit 1m recht kleine, Welle gegen das Ufer zum beschleunigen.
Etwas weiter südlich von diesem Spot starten die Überbauungen der ‚all inlusive’ Hotelburgen, welche Tausende von Pauschaltouristen beherbergen. Diese sind in den letzten 10 Jahren entstanden. Der gesamte Strand, bis zum Ort Santa Maria hin, ist heute mit Hotelanlagen überbaut. Es ist erschreckend welcher Gigantismus diesbezüglich die Kapverden Inseln Sal und Boa Vista erfasst hat. Die Einheimische Bevölkerung sieht nur wenig vom Geld. Investoren und Manager dieser Hotel-Anlagen kommen aus Europa. Den Kapverdianern bleiben die eher schlecht als recht bezahlten Jobs im Service.

Ponta Preta, der Wave-Spot auf Sal, war und ist für uns Normalsurfer nicht fahrbar. Die Welle von Ponta Preta bricht direkt auf den Strand und ist sehr schnell. Jeder Sturz führt garantiert zu Materialbruch. So fahren wir weiter nach Santa Maria und an den dortigen Wellenspot. Es ist der ideale Spot um Wellensurfen zu lernen. So einfach und ungefährlich kommt man nur an wenigen Spots in die Welle (siedoffshore rechts). Anschliessend an die auslaufenden Wellen ist eine wunderbare Flachwasser Zone. Am Strand sind insgesamt vier Surfstationen. Weiter unten in der Bucht stehen nochmals einige Surfstationen. Wir geniessen einen perfekten Tag mit Wellen bis zu 2 m.
Santa Maria selbst wird heute von Senegalesen dominiert. Dakar ist ja nicht weit entfernt. Die Senegalesen profitieren von einem Abkommen mit den Kapverden und  können einfach einreisen. Sie haben die Einheimischen in den Läden und auf der Strasse total verdrängt. Jeden Meter wird man angequatscht und es ist beinahe penetrant.

Die Reise geht weiter nach Boa Vista. Vom dortigen Städtchen Sal Rei lässt sich das gleiche sagen, wie von Santa Maria auf Sal. Obwohl tausende von Touristen in den an das Städtchen anschliessenden ‚all inclusive’ Burgen verweilen, ist Sal Rei am Abend um 10 Uhr wie ausgestorben. Nur wenige Touristen verlassen Ihre Hotelanlagen.

Die über mehrere km erstreckenden Hotelanlagen in der Bucht von Sal Rei stören den ablandigen Wind doch empfindlich. Surfen ist, infolge der total böigen Bedingungen, nicht der reine Genuss. Kiten geht deutlich besser, da der Kite weiter oben ist. Wir fahren weiter in den Süden von Boa Vista zu dem Spots Varadinho (Wind sideoffshore rechts) und St. Monica (Wind sideoffshore links). Es sind wunderbare Tage mit Sonnenschein und idealen Winbedingungen.

Gegen Ende der zweiten Woche findet Tom es sei, auf Grund der Wind- und Wellenbedingungen, Zeit zurückzufahren und zwar direkt nach San Nicolau.

Der Plan nochmals nach Sal zu fahren muss auf Grund der Wellenrichtung fallen gelassen werden. Die Überfahrt dauerte auch so rund 12 statt der geplanten 9 Stunden. Nach fast zwei Wochen auf dem Surfbrett steht auf San Nicolau, von Tarafal aus gehend, eine Wanderung in den Bergen auf dem Programm. Die Aussicht von den Bergen und die grüne nördliche Seite stellen eine Abwechslung zur braunen Welt an den Surfspots dar.

San Nicolau selbst hat eigentlich nur einen guten Surfspot, welcher recht anspruchsvoll und zudem stark haiverseucht ist. So fahren wir zurück nach Santa Lucia. Der dortige Wavespot (seide- seidoffshore links) weist meist recht viel Strömung auf. Oft kommt das Brett nur in eine Richtung richtig ins gleiten und klebt in der anderen richtiggehend auf dem Wasser.

Nach genau zwei Wochen sind wir zurück in San Pedro auf Sao Vicente. Der Flachwasserspot mit ablandigem und deshalb recht böigem Wind ist perfekt um die Halsen zu trainieren und zelebrieren. Der Shorebrake am Strand ist nicht zu unterschätzen. Er kann recht heftig werden. Seit neustem gibt es in der Bucht eine Surfstation beim einzigen Hotel.

Nach einem Tag hatten einige von uns genug vom Flachwasser. So stiegen wir auf einen der umliegenden Berge. Diesmal war es eine richtige Klettertour Der Wind blies uns zeitweise fast von der Krete. Die Aussicht von oben auf ca. 300m Höhe war phänomenal. Zuoberst stürzt einer der Teilnehmer. Zum Glück hat er sich nichts gebrochen und nur eine schwere Verstauchung. Wir stiegen so schnell wie möglich ab, bevor das Bein zu stark anschwellt. Helikopter ist ein Fremdwort auf den Kapverden. Unten angekommen malen wir uns aus, wie es auch hätte rauskommen können und sind froh unten zu sein. 

Am nächsten Tag fahren wir zum letzten Spot nach Tubim auf Sao Vicente. Wir wollen nur noch surfen, gefahren mit dem Schiff sind wir genug. Dieser Wavespot (Wind side- bis sideoff-shore links) ist, wenn er funktioniert, etwas vom bessten an Wavespots auf den Kapverden. Zudem ist ausser der ITOMA dort niemand! Wir geniessen echt schöne Wellentage mit Wellen von 2-3m. Surfen, schlafen, essen träumen und die Zeit geniessen. An einem Morgen haben wir, wie schon oft an dieser Stelle, besuch von Delfinen. Auch die letzte Woche vergeht wie im Flug. Nach drei Wochen geht die ‚follow the wind tour cabo verde 2013 Vol. II’ zu Ende.

Wir laden die Crew am letzten Abend zum Pizza essen in Mindelo ein.

Einige, inklusive Kapitän Tom, feiern in einer Disco bis zum Morgen des letzten Tages. Der Wind scheint es zu merken, dass wir alle mehr als genug gesurft haben. Am letzten Tag blässt es, zum ersten mal nach drei Wochen, nur noch schwach mit 1-2 Windstärken. Wir geniessen den letzten Tag in Mindelo mit einem richtig guten Kaffee. Das ist etwas vom wenigen, das uns auf dem Schiff fehlte.

Eine wunderschöne Tour geht zu Ende.

Ich gehe wieder auf die ITOMA, solange es sie noch gibt.

Vom Surferlebnis her ist es nach wie vor etwas vom Besten, das ich kenne.

 April 2013, Dänu 

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