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Bonaire  04. 06.  -  23. 06. 2016

Ende Dezember 2015: Kälte, Nässe, Licht- und Surfentzug drücken auf die Stimmung. Mit anderen Worten, es herrscht der Winterblues im Hause M&M. Genau zu diesem Zeitpunkt flatterten die ersten Surfreisenkataloge in unserem Briefkasten.

Sofort machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Revier. Flachwasser, windsicher, warm, nicht überfüllt und schön sollte es sein. Die Wahl fiel auf Bonaire und wir haben es nicht bereut, ganz im Gegenteil.

Am frühen Samstagmorgen begann unsere Reise von Basel via Amsterdam und Aruba nach Bonaire. Bereits bei der Ankunft am Flamingo Airport in der Abenddämmerung, stellt sich Inselfeeling ein und selbst um diese Zeit wehte der Wind. Wir wurden bereits erwartet und zum Sorobon Beachresort gefahren. Dieses liegt etwas ausserhalb der Stadt, direkt an der Lac Bay Lagune, ca. 15 Min. Autofahrt vom Flughafen entfernt. Der Vorteil: Jibe City, die Surfschule / –Verleih liegt gleich nebenan.

Bewusst haben wir für den ersten Tag noch keine Surfbretter gemietet. Ankommen, umschauen und entspannen lautete die Devise. Zudem erhielten wir vom Reiseveranstalter bei einer kleinen Tour alle wichtigen Info’s und den Pickup. Beim Ausflug zu den Salzsalienen und die Ostküste via Gotomeer hoch nach Rincon, zeigte sich, wie vielfältig Bonaire ist. Unterschiedliche Ökosysteme die sich ergänzen. Doch wer jetzt die vegetative Üppigkeit von Hawai’i erwartet wird enttäuscht. Die Insel ist bis auf die Mangrovenwälder sehr trocken und braucht dringend wieder mehr Regen. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar und hat Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt.
Dennoch haben viele Tiere unseren Weg gekreuzt. Flamingos in allen rosa Schattierungen, Reiher, Leguane, Papageien und sonstige exotische Vögel, fischende Pelikane, frei lebende Esel + Ziegen und viele mehr. Nicht zu vergessen die vielen wunderschönen und neugierigen Fische, welche sich uns beim Schnorcheln zeigten und uns streckenweise begleiteten. Schnorchelplätze gibt es viele. Der schönste liegt im Washington Slagbaai Park. Ein Blick unter die Meeresoberfläche gleicht einem Blick in ein Aquarium. Die Entscheidung für einen Pickup und gegen einen „normalen“ kleinen PW hat sich gelohnt. Gerade im Park sind die Strassen naturbelassen, anspruchsvoll und nur mit einem dafür geeigneten Fahrzeug befahrbar.

Lac Bay ist eine 700 Hektaren grosse wunderschöne Lagune. Das Riff zum Meer hin sorgt für absolutes Flachwasser, trotz auflandigen konstanten Wind. Kein Wunder also, dass wir es am nächsten Tag kaum erwarten konnten, endlich aufs Brett zu steigen. Anmelden, Brett und Segel aussuchen und ab aufs Wasser, das war der Plan. Gesagt – getan und sich dabei als typischen Bonaire – Neuling geoutet. Wer kommt denn schon auf die Idee, dass die Finnen bei Ebbe kürzer als 25 cm sein sollten?!? Also umsteigen auf Doppelfinnboards und von da an hiess es einfach nur Segel dichtholen, heizen und geniessen. Bei täglichem Wind von im Schnitt 20 Knoten tobten wir uns ausgiebig und genüsslich aus. Dabei gerieten all die guten Vorsätze betreffend Manöverlernzielen etwas in den Hintergrund. Dafür haben wir unsere persönlichen Geschwindigkeitsrekorde immer wieder aufs Neue geknackt.

Alle Erlebnisse im Detail zu dokumentieren, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen deshalb fasse ich unsere Tage am besten so zusammen:
Es besteht den ganzen Tag die Möglichkeit, bei perfekten Bedingungen aufs Wasser zu gehen. Unsere Tage waren geprägt von Ausflügen, ein- oder mehrmals zum Surfen aufs Wasser, lesen, Seele baumeln lassen und als letzte Tat des Tages jeweils einen „Schlummi“ unter dem Sternenhimmel. Was braucht der Mensch mehr?

Zum Mal fand das „Defiwind-Caribbean“ vor dem jährlichen Sorobon Masters statt. Beide Events haben und unter anderem das Ziel den Nachwuchs zu fördern. Am Donnerstag reisten die „big guys“ und Defiorganisatoren Philippe Bru, Antoine Albeau und Björn Dunkerbeck mit Familie an. Zu deren Begrüssung drehte der Wind so richtig auf und sie konnten ihren ersten Tag mit einer guten Surfsession starten, bevor sie sich an die Eventorganisation vor Ort machten. Berichte und Filme zum Defi sind zu finden auf http://defiwindcaribbean.com/pictures und youtube.

Gleichzeitig zum Defi trudelten die Teilnehmer für das Sorobon Masters ein. Das Masters hat mittlerweile Tradition und zieht Teilnehmer v.a. aus den umliegenden Inseln und Länder, aber auch aus aller Welt an. Es ist auch eine Chance für den Nachwuchs sich und ihr Können zu zeigen. Und wow, sie haben es echt drauf, die „Bonaire Kids“. Bereits vor den Wettbewerben bekamen wir Manöver zu sehen, von denen wir bisher weder gehört noch diese für mögliche gehalten hatten. Und das waren nur die Vorbereitungen für den Wettbewerb. Weiteres ist zu sehen unter www.sorobonmasters.com und youtube. Viel Spass beim Reinschauen.

Viel zu schnell vergingen die 18 Tage unserer Ferien und wir mussten unsere Heimreise antreten. Amsterdam empfing uns mit Kälte und heftigen Gewittern. Ganz anders Basel. Hier war mittlerweile der Sommer angekommen, die Rückkehr in den Alltag war deshalb nicht ganz so heftig.

Zum Schluss ein kleines Fazit: Für Wellenfreaks, Partygänger/Nachtschwärmer, Familien und Grossstadt-Liebhaber ist Bonaire der falsche Ort. Für uns war es perfekt und wir sind in Gedanken schon bei der nächsten Reise dorthin.

           

Michèle 

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